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ſich allein wußte.„Ich bin aufgeboten und darf nicht gegen das Wahrzeichen, das nur mir gelten kann, ungehorſam ſein.“ Sie deutete bei dieſen Worten auf eine prächtige Lotusblume in der Mitte eines großen Straußes von gelben Tamarisken, der auf dem Ankleidetiſch ſtand.„Das deutet auf Ge⸗ fahr für eines oder für beide,“ fuhr ſie gedankenvoll fort;„aber warum ſollte es mir Leid thun? Richard Tyrrell will nichts von dem armen Hindumädchen: ſein Herz iſt ihrer Gebieterin zugewandt. Und das ihrige ihm,“ fügte ſie mit Bitterkeit bei.„Ich leſe es in der Glut, die ihr blaſſes Geſicht überfliegt, ſo oft ſein Name genannt wird; aber ihre Liebe iſt nicht— kann nicht ſein wie die meinige.“ Die Spre⸗ cherin kreuzte ihre Arme über die Bruſt und ſetzte ſich troſtlos auf den Boden.„Was wiſſen die chriſt⸗ lichen Mädchen von Liebe?“ nahm ſie mit ſchmerz⸗ lichem Tone wieder auf.„Die Sonne, welche es verſchmäht, ihre kranken Wangen zu küſſen, entzündet keine Leidenſchaft in ihren Herzen, die ſo kalt ſind, wie die Waſſer des Vergeſſens. Warum wird ſie mir vorgezogen? Bin ich weniger ſchön? Iſt meine Geſtalt weniger anmuthig? Könnte er mich nur ſehen, wie ich einſt im Tempel vor den Prieſtern zu erſchei⸗ nen pflegte, die mich, um ihre mir unbekannten Plane zu fördern, verurtheilten, die geheiligte Stätte zu verlaſſen, das Kleid der Dienſtbarkeit anzuziehen und die Spionin zu ſpielen bei dem Volk, das ſie fürchten.“
Sie erhob ſich, zog nach Art der Hindufrauen, wenn ſie nicht erkannt ſein wollen, den Schleier um ſich und verließ das Haus. Während ſie einem Schatten gleich in den Wald ſchlüpfte, fielen ihre


