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Sonne, beren glühende Strahlen ſogar in früher Morgenſtunde mit bacchantiſchen, durſtigen Küſſen den Thau der vorhergehenden Nacht aufſaugten. Der Oberſt und unſer Held trugen wie alle Reiſenden in Indien Röcke und Beinkleider aus weißem Baum⸗ wollenſtoff. Einen maleriſchen Gegenſatz dazu bil⸗ deten die Trachten der eingeborenen Reitknechte, der Dienerin Lillians, Kehoda, und die Hausmontur des Corporals Stock, der ſeinem Gebieter nie geſtattete, ohne ihn irgend wohin zu gehen. Nelſon, Richards Reufundländerhund, machte in munteren Sprüngen den Vortrab und ſchien trotz ſeines zottigen Petzes und ſeiner Rührigkeit weit weniger von der Hitze zu leiden, als die Pferde und ihre Reiter. Ihr Be⸗ ſtimmungsort war einer der entzückenden Bergwinkel in Calcutta's Nähe, nach denen ſich die indiſchen Handelsfürſten während der großen Hitze der Sommer⸗ monate mit ihren Familien zurückzuziehen pflegen. In architektoniſchem Sinne bot das Haus eben nichts Schö⸗ nes; aber keine Kunſt hätte die Lieblichkeit des Platzes erhöhen können. An der Hinterſeite des Gebäudes begann ein dichter Wald, der es mit ſeinem Schatten ſchirmte und über die Bäume hoch empor ragte die gefiederte Krone der Königspalme, während der Pi⸗ pul und die prächtige Magnolie jeden Lufthauch mit dem Wohlgeruch ihrer Blumen ſchwängerten.
Vor dieſem Ruheſitz befand ſich ein kleiner, von Goldfiſchen und Waſſergeflügel bewohnter See, an deſſen Ufern man den blaukammigen Kranich mit geduldiger Gravität warten ſehen konnte, bis ſeine ſchuppige Beute ſich dem ſeichten Waſſer näherte, in das er plötzlich den langen Hals tauchte, um ſich


