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das ſchöne Mädchen.„Widerrufen Sie Ihre Ge⸗ lübde, die ich nie hätte annehmen ſollen.“
„Was wollen Sie damit ſagen?“
„Daß ich arm bin—“
„Reich, Lillian,“ unterbrach ſie der Liebhaber, „reich an des Lebens edelſten Schätzen— an Schön⸗ heit, Sanftmuth und Herzensgüte. Sie bringen die Morgengabe eines Engels mit.“
„Ich bin von geringer Herkunft. Die Zuneigung des Oberſten und der Lady Bell ſind der einzige Schlüſſel, welcher mir die Kreiſe öffnet, in denen ich mich bewege und Berückſichtigung finde.“
„Iſt die Tugend nichts?“ verſetzte er.„Thun Sie nicht ſich ſelbſt oder der Welt durch die An⸗ nahme Unrecht, daß alle Menſchen Ihr Geſchlecht nur nach den zufälligen Vortheilen der Herkunft und des Vermögens würdigen? Nein, Lillian, wären Sie auch noch ſo arm und gering, wie Sie ſich ſchildern, ſo könnte mein Herz dennoch nie eine andere Wahl treffen.“
Sie ſtanden eine Weile ſtumm in ihren Liebes⸗ traum vertieft, aber in Richards Träume miſchten ſich noch andere Gedanken. Die Erklärung ſeiner Leidenſchaft und das Zugeſtändniß, daß ſie erwidert werde, machte ihm die Rückſprache mit Sir Charles und Lady Bell zur gebieteriſchen Pflicht. Die Ehre forderte ſie von ihm, und ihren Geboten getreu beſchloß er, ohne Säumen und Rückhalt Lillians Pflegeltern die Umſtände zu offenbaren, die ihn nach Indien geführt hatten. Zum Glück trug er in ſei⸗ nem Taſchenbuch einen Brief bei ſich, der am näm⸗ lichen Tag von ſeinem Großvater eingetroffen war⸗


