Teil eines Werkes 
4. Band (1860)
Entstehung
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von ihren Meiſterwerken. Nie war ſie ihm ſo lieb⸗ lich vorgekommen.

Die Liebenden denn das waren ſie, ohne es zu wiſſen ſahen eine Weile dem herrlichen Sonnen⸗

untergang zu, der einem Claude in dem reichen Strom goldenen Lichtes, welches die Baumgruppen es Gartens, die fernen, mit der federigen Palme bekleideten Berge und das üppige Gebüſch durch ſeine reichen Tinten verklärte, das Scheinbild einer italieniſchen Landſchaft vorgezaubert haben würde. Beide ſtanden ſchweigend; ſie fühlten ſich zu glücklich in ihrer wechſelſeitigen Nähe, um den Zauber durch orte zu ſtören.

i Luft war ſo ſtill und ruhig, daß man deut⸗ lich das Geſumm der Myriaden von Inſekten hören konnte. Aber obſchon die Lippen des jungen Paares ſchwiegen, ſo ſprachen doch die Herzen miteinander in ihrer Sympathie für das Schöne in der Natur. Auch die Augen waren beredt; denn kaum hatte Eines irgend einen neuen Reiz in der glühenden Landſchaft aufgefunden, als ein Blick darauf hinwies und den daraus quellenden Genuß dem Anderen mittheilte.

Dieſe Scene iſt wahrlich ſchön, bemerkte Ri⸗ chard Tyrrell, endlich das Schweigen unterbrechend. Ich habe nie zuvor die volle Lieblichkeit einer in⸗ diſchen Landſchaft, dieſe anmuthigen Palmen, das

glänzende Grün, die wellenförmigen Hügel und den

wolkenloſen Himmel ſo recht gewürdigt. Ihre Zauber haben zwar in Vergleichung mit denen unſerer Heimath⸗ inſel einen weniger zarten, einen ſo zu ſagen weni⸗ ger ſinnigen Charakter, ſind aber weit großartiger.