„Das iſt etwas ganz Anderes.“ Die Lady lächelte ernſt; dann aber brach ſie in ein heiteres Lachen aus und bemerkte:
„Ich denke wohl, weil ich eine verheirathete alte Frau bin.“
„Nein,“ entgegnete Lilly,„ſondern weil Sir Charles ſo gut und edel iſt, daß kein Mann die Vergleichung mit ihm aushalten kann. Sie ſind die einzige Perſon in der Welt, die ich für würdig halte, ſeine Gattin zu ſein.“
Dieſe Worte kamen aus einem ſo aufrichtigen Herzen, daß ſie der Zuhörerin wirklich wohl thaten; denn unſere Leſer wiſſen, daß ſie ihren Gatten nicht blos zärtlich liebte, ſondern auch ſtolz auf ihn war.
„Und iſt dies Alles, was Du über den Gegen⸗ ſtand zu ſagen haſt?“ fragte ſie.
„Nein, Mama; ich kann Ihnen eben ſo gut Alles geſtehen und weiß nicht einmal, ob ein Verdienſt in meiner Offenheit liegt, denn Sie ſind ſo klug, daß Sie in meiner Seele leſen. Ich habe wohl ſchon hie und da vermuthet, daß Richard mir zugethan ſei, und mehrmal ſchien er auf dem Punkt zu ſein, mir ſeine Liebe zu erklären; dann aber war es, als ob eine plötzliche Erinnerung, wie ein Schatten der Ver⸗ gangenheit, oder ein Gefühl von Reue über ihn komme, und er ſprach von anderen Dingen.“
Lady Bell faßte ſie ernſt in's Auge. Auch ſie hatte eine ähnliche Wahrnehmung gemacht.
er hat ſich nie gegen Dich erklärt?“
„Nein.“
„Dann will ich Dich nicht weiter fragen,“ rief Lady Bell.„Das ſüße Zugeſtändniß von eines


