Fortſchritte eines eigenen Kindes ſie nicht hätten glücklicher machen können.
Im indiſchen Klima reift das weibliche Geſchlecht ſo ſchnell, daß Lillian ſchon mit fünfzehn Jahren eine ausgebildete Jungfrau war. Doch das wiſſen wir bereits. Wir müſſen nun auch von ihrem Geiſte ſprechen, der, Dank ſei es der liebevollen Sorgfalt ihrer Pflegeeltern, mit einem Vorrath von Kennt⸗ niſſen, namentlich aber mit den edelſten und tugend⸗ hafteſten Grundſätzen ausgeſtattet war.
Es iſt ſchon berichtet worden, welchen Eindruck Lillians Liebreiz auf unſern Helden hervorbrachte; kein Wunder alſo, daß er begierig die Gelegenheit erfaßte, welche ihm die gute Meinung des Oberſten und ſeiner Gattin bot, in ihrer Wohnung häufige Beſuche zu machen. Ohne ihn fand daſelbſt kaum eine Geſellſchaft Statt, und Lady Bell wurde zuletzt ſo an ihn gewöhnt, daß er zum großen Aerger des Capitän Dawliſh, welcher in die Waiſe verliebt zu ſein ſich einredete, bei allen Verabredungen zu irgend einer Luſtpartie zu Rathe gezogen wurde, da man ohne ihn keine für vollkommen hielt.
So angenehm ihm dieſer Verkehr war, ſiel es doch Sir Charles und ſeiner Gemahlin öfters auf, daß auch ſein Eifer für das Geſchäftsleben immer mehr zunahm. Selbſt die verlockendſten Einladungen konnten ihn dem Comptoir Mr. Chutnee's nicht ent⸗ ziehen, wo er mit der Emſigkeit eines bezahlten Commis die Geſchäftsſtunde einhielt. Eine ſolche Thätigkeit von Seiten eines Jünglings, der für reich galt, mußte als etwas Merkwürdiges erſcheinen. Für die Leſer, welche die Heiligkeit ſeiner auf


