Dreißigſtes Kapitel.
Als Tom Styles das nächſte Mal in der Woh⸗ nung ſeines grundſatzloſen Gönners erſchien, brauchte dieſer nicht erſt nach dem Ergebniß der Jerſeyer Reiſe zu fragen, denn er las ſchon in den Blicken des ſtets bereitwilligen Werkzeugs ſeiner ſ uftigen Plane eine Beſtätigung der Beſorgniſſe, welche ihn quälten. Sein reicher Onkel, der ſich ſo ſtreng und nachſichts⸗ los gegen die verirrte Tochter benahm, hatte ſeine Liebe ihrem Sohn zugewandt, nachdem er denſelben von der Schwelle der Laufbahn zum Verbrechen weggeriſſen.
Die Stirne des ränkevollen Neffen zog ſich in finſtere Falten. Die Entdeckung machte einen um ſo unangenehmeren Eindruck auf ihn, da ſie ihn zu Handlungen zwang, welche ihn der Gewalt ſeines Verbündeten anheimgeben konnten— eine Nothwen⸗ digkeit, die er lieber vermieden hätte.
„Ich brauche Sie nicht erſt zu fragen, Styles,“ rief Carus;„der alte Mann ſteckt noch tiefer in der Narrheit, als ich ihm zugetraut hatte.“
„Es iſt Georg Martham's Sohn,“ ſagte Styles, „er iſt in Penſion bei einem Geiſtlichen, der nur die Söhne von Gentlemen aufnimmt und ſein Großvater hat ihn dort ſchon zweimal beſucht. Es ſcheint, daß er ſein ganzes Herz an den Knaben gehängt hat. Ohne Zweifel iſt es auch ſeine Abſicht,“ fügte er bei, indem er jedes Wort nachdrücklich betonte, um die Wirkung damit zu verſtärken,„ihn zu ſeinem Erben zu machen.“


