Weſen zu ſehen, deſſen Geiſt gleich dem jungfräu⸗ lichen Pergament im Stand iſt, eine Schrift aufzu⸗ nehmen. Ich nehme an Ihrem künftigen Wohl ein tiefes, ein weit tieferes Intereſſe, als Sie ſich vor⸗ ſtellen, und habe deßhalb, ſo weit es in meiner Macht lag, vorgebaut, daß keine unwürdigen Lehren ihn beflecken. Nun aber finde ich, daß der Kummer Sie vor der Zeit zum Mann gemacht hat— zwar nicht an Jahren, aber im Urtheil, und ich will Ihnen jetzt mein Benehmen erklären, obſchon dies anfänglich nicht meine Abſicht war.“
„Ich werde Sie geduldig anhören.“
„Und meinen Gründen Gerechtigkeit widerfahren laſſen.“
„Ich hoffe ſo,“ verſetzte Richard.
„Als wir uns zuerſt begegneten,“ nahm Mr. Bently wieder auf,„war ich Willens, Sie dem Ab⸗ grund zu entreißen, an deſſen Rand Sie die Armuth und der Schmerz, Ihre Lieben vor Mangel umkom⸗ men zu ſehen, geführt hatte. Zuerſt zog ich Erkun⸗ digung ein über die Wahrheit Ihres Vorbringens und erhielt dabei auch Kunde von der Geſchichte Ihrer Eltern, von den traurigen ehelichen Verhält⸗ niſſe Ihrer Mutter und— um mich keines härteren Ausdrucks zu bedienen— von dem wüſten Leben Ihres Vaters.“
Bei der Anſpielung auf das Laſter ſeines Vaters erröthete Richard tief.
„Eh' ich über das von mir einzuſchlagende Be⸗ nehmen einen Entſchluß faßte,“ fuhr Mr. Bently fort,„legte ich mir ſelbſt zwei Fragen vor. War es weiſe, Sie dem befleckenden Einfluß eines ſolchen
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