des Knaben wohl zu gefallen und hätte er dem in⸗ nern Drange folgen wollen, ſo würde er ihn an ſein Herz gedrückt haben. Doch die Zeit war noch nicht gekommen, die, wenn er nicht ſeinem Plan zu⸗ wider handeln wollte, eine Enthüllung räthlich machte.
„Ich ſehe, daß Sie mich erkennen,“ ſagte er.
„Ja Sin“
„Aber Sie freuen ſich nicht, mich wieder zu ſehen?“
Richard Markham ſchwieg.
„Und doch habe ich blos Ihnen zu lieb eine lange und etwas beſchwerliche Reiſe unternommen.“
„Ach, Sir,“ rief er,„warum thaten Sie Ihrem Wohlwollen gegen mich dadurch Abtrag, daß Sie mich von allem Verkehr mit meinen Eltern aus⸗ ſchließen? Sie handeln ungerecht gegen ſich ſelbſt, indem Sie es mir unmöglich machen, Sie ſo zu lieben, wie ich ſollte— und wie ich Sie lieben könnte,“ fügte er bei,„denn mein Inneres ſagt mir, daß Sie es gut mit mir meinen.“
„Und iſt denn das Verlangen, Ihre Eltern zu ſehen, ſo ſtark, daß Sie der Befriedigung deſſelben die Ausſicht auf eine glückliche Zukunft opfern möchten, oder—“
„Es iſt ſtärker als je,“ unterbrach ihn der Knabe. „Ich träume von ihnen, und es vergeht kaum eine Nacht, ohne daß ich bleiche Geſichter ſehe, die an meiner Schlafſtätte trauern. Sie haben meiner Mutter das Herz gebrochen,“ fügte er leidenſchaftlich bei,„und mich dabei zum Werkzeug gebraucht.“
„Vielleicht habe ich es blos verſucht,“ verſetzte Mr. Bently, ſich neben ihm auf die Bank ſetzend. „Richard, ich kam hieher, um einen Knaben, ein


