Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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Haus, nach Haus, wenn ich noch ſo weit kommen kann.— O Gott,“ rief ſie in einem plötzlichen Angſt⸗ ausbruch,„ſchütze meinen Knaben, bewahr' ihn vor Verbrechen, behüt' ihn vor dem Laſter und den ar⸗ gen Schlingen, die in tauſend Geſtalten die freund⸗ loſe Jugend bedrohen, oder—“ fügte ſie feierlich bei—„nimm ihn lieber zu Dir, Du Gott des Er⸗ barmens!“ Das chriſtliche, vertrauensvolle Gebet rang ſich unter bitteren Kämpfen und Thränen aus dem Mutterherzen, und Engel trugen es vor den Thron der Gnade.

Das todtkranke Kind inniger an die ſchmerzerfüllte Bruſt drückend, eilte das Weib des Säufers der Heimath zu.

Als Richard verzweifelnd auf offener Straße ſich von Mutter und Schweſter losriß, hatte er ſich feſt vorgenommen, für ſie Lebensmittel beizuſchaffen, und es war ihm, als hätte er ſie einem hungrigen Tiger aus dem Rachen reißen können, wenn ſie nicht an⸗ ders zu bekommen. Das klägliche Stöhnen der klei⸗ nen Marie und der Schmerzruf ſeiner geängſtigten Mutter tönte noch in ſeinen Ohren. Er lief fort, ohne auf die eingeſchlagene Richtung zu achten, bis er den St. James⸗Park erreichte, wo er anhielt, um wieder zu Athem zu kommen.

„Was ſoll ich thun?“ fragte er ſich ſelbſt.„Hier iſt keine Hilfe zu finden.— Was ſoll ich thun?“ wiederholte er, als er die lange entlaubte Allee hinunter ging, deren Aeſte, wie es ihm porkam, gleich den fleiſchloſen Armen eines Gerippes drohend über ſeinen Häupten ſich bewegten, wenn die erbarmungs⸗