Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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wankte die Aermſte weiter. Die ſcharfe, kalte Luft ſtellte zwar theilweiſe ihre Kraft wieder her, und ſie gelangte mit ihren Kindern bis zu der Straße, als ein leiſes Stöhnen Mariens, die ſie noch immer auf dem Arme trug, ihren Schritten Einhalt that. Sie griff mit der Hand unter den dünnen Shawl, der

ſie bedeckte; das Kind war kalt wie Eis und ſchau⸗

derte wie vom Fieber.

„Sie ſtirbt!“ ächzte die erſchreckte Mutter— „ſtirbt aus Mangel an Naohrung.“

Mehr konnte das brechende Herz des Knaben nicht ertragen. Der Becher des Elendes und der Leiden

war zum Ueberfließen voll. Sein Gehirn glühte wie

Feuer— Thränen konnten es nicht kühlen.

„Schaff' ſie heim, Mutter!“ rief er.„Sei un⸗

beſorgt; ich will Euch zu eſſen bringen. Marie ſoll nicht ſterben. Ich will betteln— betteln,“ fügte er bei;„Alles, um ſie zu retten.“

„Richard, Richard, verlaß mich nicht,“ entgegnete die zu Tod geängſtigte Mutter.„Oh, ich will nicht meine beiden Kinder verlieren. Wenn Du Deine Mutter liebſt, ſo komm zurück— um der göttlichen Barmherzigkeit willen, komm zurück.“

Doch der Ruf kam zu ſpät. Durch die Leiden ſeiner Lieben faſt bis zum Wahnſinn geſteigert, hatte ſich der Knabe von der nur ſchwach feſthaltenden Hand der Mutter losgeriſſen und befand ſich jetzt ſchon außer dem Bereich ihrer Stimme. Rachel ſuchte ſich an einem Geländer zu ſtützen, bis ein zweites

Aechzen, ſchwächer als das erſte, auf's Neue das

Mutterherz durchbohrte.„Sie darf mir nicht auf der Straße ſterben,“ murmelte die arme Frau.„Nach

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