Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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Schweſterchen vom Arm auf den Boden ſetzte und auf ſie zueilte.

„Nichts, nichts; nur eine augenblickliche Schwäche. Ich— ich fühle mich beſſer.“

„Ich darf Georg nicht vor ſeinem Knaben be⸗ ſchämen,“ dachte ſie,„damit nicht die Achtung vor dem Vater verloren gehe.“

Dies war wohl ein weiblich zartes Vornehmen, blieb aber nutzlos, denn der Sohn konnte ſich die Urſache ihres Kummers recht wohl denken.

„Wir wollen den Vater aufſuchen,“ ſagte ſie, indem ſie Marie auf den Arm nahm,„und dann ſollſt Du zu eſſen erhalten, meine Liebe.“

„Ich will es jetzt,“ ſchluchzte das Kind.„Ich bin ſo hungrig.“

„Er kann noch nicht Alles verbraucht haben,“

dachte Rachel.„Sicher iſt noch etwas übrig.“

Richard ſagte nichts, aber ſeine Gedanken waren gefährlich; er verglich die Warnung, die ihm ſein Vater wegen Jack Manders ertheilt hatte, mit dem Verſchwinden des Geldes aus dem Käſtchen.

An dem Schenktiſch in der„Krone und Elſter“ gab es ein großes Gedränge. Die Wirthin, ein wohlbeleibtes, gemein ausſehendes Weib mit rothen Bändern in der Haube, einer Fülle von falſchen Locken, einer ſchweren goldenen Kette um den Hals und zahlreichen Ringen um die fetten Finger, war emſig beſchäftigt, ihren Kunden Branntwein einzu⸗

enken— den Stammgäſten heute gratis; denn man darf nicht vergeſſen, daß der Neujahrsabend war.

„Eure Geſundheit, Miſſes,“ ſagte ein triefäugi⸗ ger Kutſcher, indem er ſein Glas leerte.

Smith, Ebbe u. Fluth. 1.