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nach Aufregung die Oberhand; er vermochte nicht länger zu widerſtehen.
„Ich kann gewinnen,“ murmelte er, das Geld aus dem Käſtchen nehmend, obſchon dabei ein tiefes Roth, die ſtumme Rüge ſeiner unwürdigen That, ſein Geſicht überflog. Doch das wilde Fieber in ſeinem Blut war ſtärker als das Gefühl der Scham oder die Vorwürfe eines halberſtickten Ge⸗ wiſſens. Im nächſten Augenblick befand er ſich auf der Straße, und da er die Mittel, ſich zu betrinken, in der Taſche hatte, ſo dachte er an kein Weib und keine Heimath mehr.
Gegen zehn Uhr kehrte Rachel erſchöpft und mit wunden Füßen heim.„Biſt Du da, Georg?“ fragte ſie, als ſie über die Schwelle trat. Keine Antwort. O, wie bitter ſchnitt die Stille in ihre Seele!
Die kleine Marie verlangte zu eſſen.„Sogleich, mein Kind,“ tröſtete ſie die bekümmerte Mutter, die ob dieſem Rufe nicht mehr an die Hausmiethe, an die Drohung des Hauseigenthümers, ſie auf die Straße zu ſetzen, noch an die Unmöglichkeit dachte, den Betrag wieder zu ergänzen. Sie taſtete im Dunkeln nach dem kleinen Tiſche, ergriff das Käſt⸗
chen und öffnete es. Das Geld war fort.
Zum erſtenmal während ihres Eheſtandes bäumten ſich ob dieſem herzloſen Benehmen des Mannes, dem ſie ſo viel geopfert und der am Altare geſchworen hatte, ihr Beſchützer zu ſein, die Lippen Rachels. Doch das war nur ein augenblickliches Gefühl; der Schmerz gewann die Oberhand, und mit blutendem Herzen ſank ſie auf einen Stuhl. „Was haſt Du, Mutter?“ rief Richard, der das
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