weniger als einer Stunde mit einem Erlös von etlichen Schillingen wieder heim: Einer davon wurde zum Ankauf von Lebensmitteln verwendet, der Reſt aber ſorgfältig in ein altes Taſchentuch gewickelt und in dem Arbeitskäſtchen aufbewahrt, das weder Mann noch Kinder zu berühren pflegten, weil ſie wußten, wie werth ſie es hielt. Nachdem ſie den rößten Theil der mit einem ſo ſchweren Opfer er⸗ auften Speiſe für Georg bei Seite gethan, trat ſie in Begleitung ihres Sohnes, welcher Ralie auf dem Arme trug, den Weg nach Blackheath an; denn ſie wollte nicht für ſich, ſondern für ihren Knaben, der vor Verbrechen und Schande bewahrt bleiben ſollte, Peter Mangles um Beiſtand anflehen. Um eines ſolchen Zweckes willen hätte ſie ſich ſelbſt einer größern Demüthigung unterzogen— war er ja ihr Stolz, ihre Hoffnung, ihres Lebens letzte Stütze.
„Er wird mich nicht zurückweiſen,“ dachte ſie; „der gute alte Mann ſteht mir ſicherlich bei.“
Ohne Zweifel würde auch ihre Hoffnung zur Wirklichkeit geworden ſein, wenn ſie Peter Mangles angetroffen hätte; ſo aber war unglücklicher Weiſe der letzte Tag im Jahr, der einzige während der zwölf Monate, an welchem ihr Freund mit dem Dienſtperſonal der Firma einen feſtlichen Abend zu begehen pflegte.
Als Georg nach Hauſe kam, überraſchte es ihn, Rachel und die Kinder abweſend zu finden. Er war nicht gern allein, weil die Einſamkeit zum Nachdenken Anlaß gibt, und um ſich die Langeweile zu vertrei⸗ ben, ſetzte er ſich an den Tiſch und begann zu ſchreiben. Doch entleidete ihm dies bald, um ſo mehr, da der


