Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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Trotz ſeiner üblen Gewohnheit hing Georg zärtlich an ſeiner Gattin, während ſie ſelbſt in ihren ſchwer⸗ ſten Prüfungsſtunden nie vergaß, daß er der Geliebte ihrer Jugend, der Mann ihrer Wahl und der Vater ihrer Kinder war. Hierin lag das Band, der gol⸗ dene Ring in der Kette ihrer Vebe; ein eiſerner hätte längſt brechen müſſen.

Richard, das älteſte, nach ſeinem Großvater ge⸗ nannte Kind, ſtand jetzt im dreizehnten Lebensjahre und war ungeachtet der Dürftigkeit, in welcher er erzogen wurdg, nicht nur ein ſchöner, ſondern auch ein hübſchgewachſener und geſunder Knabe. Er hatte vom Vater die verſtändige offene Stirne und das lockige Haar, von der Mutter das tiefblaue ſinnige Auge und viel von ihrem ſanften und liebevollen Charakter; zur ſchönſten Zierde aber gereichte ihm ſein kerngutes Herz. Ueberhaupt verdankte er der Natur weit mehr, als der Erziehung; denn ſeine Ausbildung beſchränkte ſich lediglich darauf, daß er leſen, ſchreiben und ein wenig rechnen konnte. Der Mutter und dem Schweſterchen Marie, einem jetzt ſechsjährigen lieblichen, elfenartigen Kind, aus voller Seele zugethan, bot Richard alle ſeine Kräfte auf, um den Kummer der armen Dulderin zu mildern und ihr, während der Gatte im Wirthshaus ſaß, die Heimath weniger freudlos zu machen.

Ich werde bald ſtark genug ſein, um für euch

Beide zu arbeiten, konnte er ſagen,und dann ſollt ihr an nichts mehr Mangel leiden.

Bei ſolchen Worten ſchlug dann Marie die Händ⸗ chen zuſammen, lachte und ließ ſich von ihm ein