auf welchem Armuth, gieriger Hunger und ſchonungs⸗ loſes Verbrechen aus ihren Schlupfwinkeln auftauchen, um mit dem Inſtinkt des Tigers ihre Beute im Dunkeln aufzuſuchen. Man darf übrigens nicht glau⸗ ben, daß ſelbſt ein Rembrandtiſches Gemälde blos Schatten bieten müßte. Im Gegentheil— wunder⸗ bare Lichter, hell wie die Sternſchnuppe, würden aus ſeiner Leinwand ſtrahlende Epiſoden von mora⸗ liſcher Schönheit hervorleuchten laſſen und damit den Beweis führen, daß die Menſchheit nicht blos Staub und Erde iſt.
Tauſende unter unſeren Leſern haben vermuthlich von der Belvedereſtraße gehört, ohne daß ſie ſich je von ihrer Hertlichkeit eine Vorſtellung machten; ſie tragen ſich mit dem unbeſtimmten Argwohn, daß ſie irgendwo zwiſchen dem Weſtend und Borough, Templebar oder Paddington liegen müſſe, und damit hat all ihre topographiſche Weisheit ein Ende. Zum Beſten dieſer ununterrichteten Perſonen nun wollen wir hier nicht nur eine genaus Beſchreibung ihrer Lage, ſondern auch eine keine Stizze von ihren phy⸗ ſiognomiſchen Eigenthümlichkeiten geben.
Die Belvedereſtraße iſt eine lange, unregel⸗ mäßige, ſchmutzige Gaſſe, die auf der Surreyſeite von Weſtminſter beginnt, an der Blackfriarsbrücke endigt und parallel mit der Themſe läuft. Obgleich ſie den Hauptadern von London, der Parlamentsſtraße, Fleet⸗ ſtraße und dem Strand als Abzugskanal dient, in⸗ dem ſie einen nicht unbeträchtlichen Theil der gewich⸗ tigeren Güter in der Geſtalt von ſchwerer und leichter belaſteten Waarenbeförderungsmitteln, vom Güter⸗ wagen bis zum Schubkarren herunter, in ſich auf⸗


