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ſehr in Geſchäfte verſtrickt, als daß ſie ſich an den altmodiſchen Jahreswechſel kehren ſollte. In großen Städten wird er höchſtens noch von den ärmeren Klaſſen, die in der Regel am längſten ältere Bräuche feſthalten, und von den Glöcknern beachtet, welche noch beharrlich das alte Jahr aus⸗ und das neue einläuten, ſei es aus Vorliebe für ihr Amt, oder weil ſie ein Anrecht an gewiſſe Stiftungen unſerer frommen Vorfahren nicht verſcherzen wollen.
Nicht einmal das Maifeſt— die Zeit, wo die befruchtete Erde im dankbaren Wohlgeruch von Tau⸗ ſenden ſich öffnender Blumenkelche ihr ſtummes Ge⸗ bet entſendet, iſt der Gleichgültigkeit entgangen, mit welcher die Gegenwart Gefühle und Ueberlieferungen der Vergangenheit behandelt. Nur die Natur be⸗
hrt ihre alte Treue, indem ihr großer Altar ihr
eihrauchopfer fort und fort darbringt; aber die Feſtgäſte ſind entweder abweſend oder beſchränken ſich auf jene Hefe der Menſchheit, welche in dem Aufzug des„Jack in the green“ das Straßengewühl unſerer Großſtädte durchzieht und Geduld und Beutel der Vorübergehenden brandſchatzt.
Ach, wo iſt das England meiner Knabenjahre mit ſeinen mannhaften Spielen und den heiteren Be⸗ luſtigungen, die den Körper geſund und den Geiſt im Frieden erhielten! Die Jugend der Gegenwart hat zu viel zu thun, um auf ſolche einfache Vergnü⸗ gungen zu achten. Aufregung— Aufregung! heißt die Loſung. Wir ſehen wenige Jünglinge mehr; denn aus der Schulſtube tritt der Knabe in die Welt; der heiße Kampf des Lebens beginnt, und das Ringen deſſelben ſtempelt ihn vor der Zeit zum Manne.


