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„Ach ja! ich erinnere ni ch ſagte Ihnen, daß ſie wohl am Ende blühen würde! Der alte Martin hat ſeine Schuld der Dank⸗ barkeit bezahlt und kann ſich jetzt wieder mit lächeln⸗ dem Geſicht vor ſeinen Herrn ſtellen.“
Dieß waren ſeine letzten Worte. Er ließ ſein Haupt auf das Kopfkiſſen zurückfallen und gab, die Augen auf den Erben der Mopbray geheftet, den Geiſt auf.
Der Baronet drückte ihm ſanft die Augen zu und verließ nach Erfüllung dieſer letzten Pflicht mit dem Rector die Bibliothek.
In der Einſamkeit ſeines Zimmers las unſer Held die letzten, von ſeinem Vater an ihn gerichteten Zeilen. Sie enthielten die Ergießungen eines edeln, von Schmerz gebrochenen Herzens und empfahlen ſeinem unbekannten Erben, die Tugenden Henry Aſhtons nachzuahmen, deſſen Freundſchaft er insbe⸗ ſondere werth halten ſollte.
Am nächſten Tage fand zu früher Stunde die gerichtliche Unterſuchung über die Leichen von Oberſt Mowbray und dem treuen Martin ſtatt. Das Ver⸗ dict lautete; gerechtfertigte Tödtung für den Erſten, und abſichtlicher Mord, begangen an der Perſon des Zweiten; ſo daß, wenn der Oheim unſeres Helden Red Ralph entgangen wäre, er von den Gerichten wegen des Todes des alten Stallknochts hätte Ant⸗ wort geben müſſen.
Das kleine rothhaarige Ungeheuer war außer ſich vor Freude, als er ſich freigeſprochen ſah; er machte Sprünge und Cabriolen, die an's Wunder⸗ bare grenzten, und wollte Jedermann die Hand drücken.


