vor der Thüre! Sind Sie gewiß, daß das Käſtchen unberührt iſt?“
„Vollkommen.“
„Und Sie werden den Weg zu dem geheimen. Gemach nicht vergeſſen.... Erinnern Sie ſich... daß man„den Schlüſſel links drehen muß!“
Die Mühe, welche es ihn koſtete, dieſe letzten Worte auszuſprechen, zeigte, daß ſein Ende nahe war. Sir William öffnete die Thüre der Bibliothek und machte dem Rector ein Zeichen, einzutreten und die Pflichten ſeines Amtes zu erfüllen.
Doctor Orme begann mit der Inbrunſt wahrer Frömmigkeit die Sterbegebete zu leſen. Der Greis hörte freudig zu und öffnete von Zeit zu Zeit die Augen, um noch einmal den Sohn ſeines alten Herrn zu ſehen. Am Schluß der Gebete wollte er ſich von ſeinem Kopfkiſſen aufrichten, aber fand ſich zu ſchwach dazu.
Der Rector und unſer Held kamen ihm zu Hilfe.
„Gott ſegne Sie!“ ſagte er;„Sie werden mich nicht vergeſſen?“
„Nie! Nie!“
Ein ſchwaches Lächeln irrte über die entfärbten Lippen des Greiſes.
„Wie heißt jene Pflanze... Sie wiſſen wohl, jene mißfällige, mit Stacheln bewaffnete Pflanze, welche nur einmal in hundert Jahren blüht und wovon wir mit einander geſprochen haben?“
„Alos, Martin, Aloé!“ antwortete Sir William, der kaum ſeine Thränen zurückhalten konnte.


