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Erbe von Carrow war! Was thun? Den Mund durch einen Eid verſchloſſen, welchen ich nicht zu brechen wagte, war ich noch in der Gewalt des Oberſts, der mir zur Flucht verhalf, anſtatt mir Pardon zu verſchaffen, was ihm etwas Leichtes ge⸗ weſen wäre. Doch entſchloß ich mich, das Kind nicht den Gefahren der Reiſe, den Zufällen eines unſtäten Lebens, wie das meinige, auszuſetzen. Ich brachte es nach Carrow auf meines Bruders Farm; ich ſprach von einer vorgeblichen Ehe, von dem Tode meiner Fräu; er glaubte mir und nahm das Kind an, das in ſeinem Hauſe aufwuchs.“
Ein durchdringender Schrei entſchlüpfte den Lip⸗ pen von Lady Mowbray, und ihre Arme ſtreckten ſich mechaniſch gegen unſern Helden aus.
„Meine Mutter!“ rief Henry.
„Mein Sohn! Mein Sohn! komm an dieſes gebrochene Herz!“
Den Augenblick hernach lagen ſie einander in den Armen. Die Mutter betrachtete ihren Sohn mit unausſprechlicher Zärtlichkeit; ſie ſtrich ihm die Haarlocken, die auf ſeine Stirne fielen, zurück, drückte den heiligen Mutterkuß auf dieſelbe und fiel dann ohnmächtig in die Arme der Umſtehenden.
Sir William Mowbray, denn dieß iſt der wahre Name unſeres Helden, hätte ſich vor ihr auf die Kniee werfen und ſie anbeten können. Jahre lang hatte ſein Herz nach der Liebe einer Mutter geſeufzt und ſeine glühenden Wünſche waren endlich befriedigt.
„Meine Mutter!“ rief er. Zum zweiten Mal ſprach ſein Mund dieſes theure Wort aus.„Oeffne


