Teil eines Werkes 
4. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Sie werden gerettet ſein: was auch geſchehe, Sie ſind gegen die Beſchimpfung bewaffnet!

Mit dieſen Worten machte ſie ſich aus ihrer Umſchlingung los und kauerte ſich, nachdem ſie den Riegel zurückgezogen hatte, hinter den Vorhängen des Toilettentiſches nieder.

Es iſt wahr, ſprach die Waiſe, welche die letten Worte der Amme beruhigt hatten,Miran ſelbſt kann mich nicht über den Tod hinaus ver⸗ folgen!

Sie ſetzte ſich ſo nahe als möglich der Stelle, wo die Aya ſich verbarg, und erwartete den Beſuch ihres Verfolgers, der beinahe in demſelben Augen⸗ blick in Begleitung von Oberſt Mowbray eintrat. Welchen Schrecken ihr Oheim ihr auch einflößte, in dieſem Moment erſchien ſeine Gegenwart ihr als ein Schutz.

Die Phyſiognomie des jungen Indiers be⸗ ruhigte ſich, und deſſen Auge verlor ſeinen wilden Ausdruck, als er die Züge ſeines Opfers erblickte; er näherte ſich ihr mit demüthiger und ſanfter Miene.

Ellen! ſprach er,ſo ſollten wir uns nicht ſehen!

Wie ſieht der Unterdrückte ſeinen Unterdrücker? erwiderte die Waiſe traurig.Hofften Sie mich lächelnd zu finden, da mein Herz gebrochen iſt?.. Ach! es iſt lang her, Miran, daß Ihre Grauſam⸗ Lächeln von meinen Lippen vertrieben hat!

Der Oberſt begann zu gähnen und ſetzte ſich; die Unterredung ſchien ihm viel zu ſchmachtend.