Achtundzwanzigſtes Kapitel.
Ellen befand ſich halb liegend auf einem Sopha, die Amme zu ihren Füßen. Eine tiefe Veränderung war in Zara's Seele vor ſich gegangen, ſeitdem ſie Ellen entſchloſſen zu ſterben, Miran entſchloſſen, ihr den Tod zu bringen, geſehen hatte. Ellen be⸗ ſaß das Geheimniß dieſer unzähmbaren Natur; ſie begriff, daß ihre Verfolgerin vom Tag zuvor keine andere Leidenſchaft mehr hatte, als ſie zu retten.
„Man wird ſich verſtellen müſſen!“ ſagte Zara.
„Verſtellen?“
„Man hat den morgenden Abend zu Ihrer Ver⸗ mählung feſtgeſetzt; ſie haben einen ihrer falſchen Prieſter erkauft, um die Ceremonie zu vollziehen. Miran wird nicht ſäumen, Ihnen einen Beſuch zu machen; jeden Augenblick kann ſein Schritt auf der Treppe ſich hören laſſen. Er iſt wahnſinnig, Ellen, wahnſinnig vor Eiferſucht und getäuſchter Erwartung. Sie kennen ſeine aufbrauſende Gemüthsart und das Feuer, das ihn verzehrt; die Vergangenheit kann Sie lehren, weſſen er fähig iſt.“
In dieſem Augenblick hörte man in der Gemälde⸗ gallereie die Stimme von Miran⸗Hafaz, welcher von Mowbray den Zimmerſchlüſſel begehrte. Beim Ton dieſer gefürchteten Stimme klammerte ſich Ellen an die Aya an, dieſelbe beſchwörend, ſie nicht zu verlaſſen.
„Folgen Sie meinem Rath,“ ſagte Butn, w


