Teil eines Werkes 
3. Band (1859)
Entstehung
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ſelbſt nicht überſchreiten kann. Müßte ich wählen, ſo würde ich das Leichentuch meines gemordeten Onkels dem Brautbette mit Dir vorziehen! Deine Gegenwart flößt mir einen namenloſen Schrecken ein! Ich kann Dich nicht haſſen, wiewohl mir mein Herz ſagt, daß Du meinen Haß verdienſt!

Deinen Haß! Warum, Ellen, warum?

Die hinſterbende Wehklage, die Deinen Schlaf ſtört, ſoll Dir anſtatt meiner antworten! Adieu!.. Zwinge mich nicht, zu rufen.

Du wirſt mich höreni rief Miran⸗Hafaz, ihre Hand faſſend.Du darſſt mich nicht verdammen, ohne mich zu hören. So dunkek auch Deine Worte ſind, ſo bin ich nicht einfältig genug, um ſie nicht zu verſtehen. Du klagſt mich an, mich, den Bruder Deiner Kindheit, den Genoſſen Deiner Jugend, der Mör⸗ der von Sir William Mowbray zu ſein, nicht wahr?

Das Mädchen ſchwieg ſtill.

Höre mich: ich wurde viele Tage vor ſeinem Tode verwundet. Die Nacht, da er ſtarb, war ich ſchwach wie ein neugeborenes Kind, ausgeſtreckt auf meinem Schmerzenslager! Die Anklage iſt die Ein⸗ gebung der unſinnigen Träume!

Daſſelbe Stillſchweigen.

Oder der Vosheit meines Nebenbuhlers, Sage wenigſtens, daß Du mich freiſprichſt!

Gott wird Dich nicht freiſprechen, verſetzte Ellen traurig.Ich kann meine Zunge nicht lehren, Worte zu ſprechen, die mein Herz Lügen ſtraft. Zwinge mich nicht, Dich der Gerechtigkeit der Menſchen an⸗ zugeben, oder den Schutz meines Vormunds in An⸗

ſpruch zu nehmen.