und eben ſo düſter. Der Garten erſtreckte ſich hinter dem Wohngebäude bis zu einer ſehr hohen Terraſſe, auf deren Mitte ſich ein Pavillon befand, der nur durch die Straße vom Fluß getrennt war. Zwiſchen der Terraſſe und dem Raſenplatz befand ſich ein Raum, mit Tarusbäumen eingefaßt, deren verſchlungene Zweige die Sonnenſtrahlen und ſelbſt den Wind auf⸗ fingen; kaum ein Lufthauch drang hier durch.
An dieſem abgelegenen Ort ging ſie gern ſpazieren, um über die Vergangenheit nachzudenken und ſich den Hoffnungen der Zukunft zu überlaſſen. Gegen Ende des Abends am zweiten Tag nach ihrer An⸗ kunft wurde Ellen, während ſie in einer der ein⸗ ſamen Alleen herumirrte, plötzlich aus ihren Träu⸗ mereien durch ein Rauſchen in den Blättern aufge⸗ ſchreckt. Sie fuhr zurück und wollte entfliehen; aber Miran⸗Hafaz lag zu ihren Fußen, ehe ſie ihr Vor⸗ haben ausführen konnte.
„Ellen!“ rief er mit ſchmerzvoller Stimme,„watum mich fliehen?“
„Warum diejenige verfolgen, die Sie zu lieben vorgeben?“ erwiderte die Waiſe.„Das iſt nicht edelmüthig!“
„Ihre Frage ſelbſt enthält meine Antwort... weil ich Sie liebe! Warum folgt die Sonnenblume immer dem glänzenden Geſtirn des Tages? Weil ſie aus deren brennenden Strahlen Leben ſchöpft und, deren glorreicher Gegenwart beraubt, abſtirbt!“
„Eitle Worte! Der wahrhaft Liebende iſt nicht ſelbſtſüchtig und ſucht ſein Glück nicht auf Koſten eines gebrochenen Herzens... Höre mich, Miran: es liegt zwiſchen uns ein Abgrund, den der Tod


