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Fünftes Kapitel.
Miran war ganz und gar ein Naturkind, muthig wie das Roß, das nie den Zügel gekannt hat, feu⸗ rig wie die Sonne ſeines Landes. Sein unzähm⸗ barer Wille kannte kein unüberſteigliches Hinderniß und er empfand, um es zu beſiegen, den Stolz des Jägers, der gegen den Löwen der Wüſte kämpft. Die vornehmſte Gefahr, die von einem ſolchen Cha⸗ racter zu befürchten war, entſtand aus dem Einfluß ſeiner Leidenſchaften: es war die Legirung, welche den Werth des Goldes vermindert, der Thon, ohne welchen er über und unter dem Menſchen geſtanden wäre.
Obgleich klein und zart, zeichnete er ſich in allen Leibesübungen aus. Er war von Kindheit auf ge⸗ wöhnt worden, die wilden Pferde zu zähmen und den königlichen Tiger der Dſchungeln zu jagen. Mit ſeinem Carabiner bewaffnet, verfehlte er niemals ſein Ziel. Es war auf der Jagd, daß er dem Eng⸗ länder, welchen wir auch fernerhin Khan nennen wollen, das Leben rettete. Einem Tiger, der ſich auf die Houda des Elephanten, den er ritt, ſtürzte, trieb er eine Kugel durch das Gehirn. Daher die Anhänglichkeit dieſes Mannes an ihn. Zum Unglück war es die Anhänglichkeit einer gemeinen Seele, eben ſo bereit, ſeine Dankbarkeit dadurch zu bezeu⸗ gen, daß er den Leidenſchaften ſeines Retters ſchmei⸗ chelte, als ein edles Herz es geweſen wäre, ihn auf den Pfad der Vernunft und der Tugend zu führen.


