Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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„Und was noch mehr iſt, auf der Stelle mit meinem Oheim, meinem natürlichen Beſchützer, reden, damit er durch ſeine Autorität einer Verfolgung ein Ziel ſetze, die ebenſo vergeblich für Miran, als un⸗ angenehm für mich iſt. Ich werde für Miran nie eine andere, als die Liebe einer Schweſter empfin⸗ den.“

„Seit wann haben Sie dieſe Entdeckung ge⸗ macht?“ fragte die Aya, auf Ellen einen forſchenden Blick heftend, der bis auf den Grund ihres Herzens dringen zu wollen ſchien.

Miß de Vere ſchwieg ſtill.

„Ich will es Ihnen ſagen,“ erwiderte ihre Amme. „Seitdem dieſer Paria mit dem blaſſen Geſicht dieſen Morgen Ihr Pferd aufgehalten; ſeitdem ein Knechts⸗ dienſt ein Lächeln zur Belohnung erhalten hat, ſo koſtbar wie die Edelſteine in der Krone des Nizam!, Ich belauſchte ſeine Blicke, als er Ihnen in der Vorhalle Lebewohl ſagte; denn ich war neugierig, den Retter meines Kindes zu ſehen. Er liebt Sie!“

Dießmal bedeckte eine lebhafte Röthe Geſicht und Hals der Waiſe. Es iſt etwas Gefährliches, einem Mädchen zu ſagen, daß es geliebt wird... Das bringt ſein Herz zum Träumen.

„Und noch mehr,“ ſetzte die Aya hinzu,„Sie lieben ihn!“

Das muſikaliſche Lachen des Mädchens zerſtreute für den Augenblick den Argwohnderſcharfſinnigen Indierin. Sie wußte, daß Ellen über jede Verſtellung erhaben war; aber trotz ihrer Weltkenntniß vergaß ſie, daß die Jugend ſich ſelbſt täuſchte. Die Herzen wie die