Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
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was ſind wir anders, als lebende Leichen, dem Grabe entronnen?“ „Wie wenig kennſt Du meinen edeln Verwand⸗ ten. Gleich jener Blume, die ihren Duft erſt von ſich gibt, wenn ſie zertreten iſt, hat das Leiden nur ſeine zahlreichen Tugenden enthüllt, ſeine Wohl⸗ thätigkeit ohne Grenzen, ſeine Sympathie für das Schöne und Wahre, Alles, was es Gutes in ſeiner Natur gibt. Er hat für mich die Liebe eines Va⸗

ters.“

„Aber nicht die von Miran⸗Hafaz.“ „Miran⸗Hafaz liebt mich wie ein Bruder,“ ſagte

Ellen erröthend.

„Die Augen eines Bruders folgen den Schritten einer Schweſter nicht ſo, wie ich Mirans Augen Ihren Schritten habe folgen ſehen; die Stimme eines Bruders zittert nicht, wenn er ſeiner Schweſter in's Ohr flüſtert.“

„Du biſt närriſch, Zara; und wenn ich Dich nicht ſchelte, ſo geſchieht es, weil Miran und ich uns nie mehr ſehen werden.“

„Sie ſich nie mehr wieder ſehen werden! Aber wären Sie in einer Wüſte verloren, er würde Sie wieder finden. Seine Liebe iſt nicht wie die ruhige und kalte Liebe des Europäers. Was würden Sie denken, wenn ich Ihnen ſagte, daß er über die Waſſerwüſte gefahren iſt, in der Hoffnung, Sie zur Frau zu erhalten, Sie in das Land der Sonne zurückzuführen?“

„Ich würde es bedauern,“ antwortete die Waiſe mit Feſtigkeit. „Bedauern?“