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„Sie würen alſo dazu geneigt?“ erwiderte Henry Aſhton.„Verzeihen Sie mir, Sir William, und halten Sie mich nicht für undankbar, wenn ich Ihr Anerbieten ausſchlage; aber ich habe längſt den Ent⸗ ſchluß gefaßt, allein meine Carriére mir zu gründen.“
„In welchem Beruf?“
„Ich bin darüber noch nicht entſchieden; ich habe noch ein Jahr vor mir. Aber erlauben Sie mir, ehe ich Sie verlaſſe, mich von dem Vorwurf der Schmeichelei zu reinigen. Da ich in täglichen Be⸗ ziehungen zu dem Rector ſtehe, ſo kann es mir un⸗ möglich unbekannt ſein, daß Sir William Mowbray ein Mann iſt, deſſen Herz, obgleich der Welt ver⸗ ſchloſſen, dem Mitgefühl der Noth und dem Unglück der Menſchheit offen bleibt. Seit mehr als zwei Jahren bin ich eines der niedrigen Werkzeuge, durch welches ſeine zahlreichen milden Gaben vertheilt werden; ich habe geſehen, wie ſeine Großmuth das Alter dem Elend entriß; ich habe ſeinen Namen von der Wittwe und Waiſe ſegnen hören. Iſt es zum Erſtaunen, daß mein Herz voll Achtung für ihn iſt?“
Der einfache und unaffectirte Ernſt, womit der junge Mann dieſe Worte geſprochen hatte, machten
2 einen lebhaften Eindruck auf Ellens Geiſt. Sie wußte
ihm mehr Dank für die Gerechtigkeit, welche er den beſcheidenen Tugenden ihres Oheims hatte wider⸗ fahren laſſen, als ſelbſt für den Dienſt, den ſie eben von ihm empfangen hatte.
„Sie haben Recht, Sir,“ ſagte ſie, Sir Wil⸗ liams Hand faſſend,„ich wenigſtens bin überzeugt, daß Sie kein Schmeichler ſind.“
Die Abtei Carrow. I. 3


