kein Reiter in der Grafſchaft, der ſo feſt im Sattel geblieben wäre.“
„Aber wo iſt die Perſon, der ich meine Rettung verdanke?“
Martin zeigte ihr denſelben in einiger Entfernung ſtehend.
Ellen trat auf ihn zu und begann ihm ihren Dank abzuſtatten, aber der junge Mann nahm ohne den geringſten Anſchein von Schüchternheit oder Ver⸗ legenheit ſeinen Hut ab und fiel ihr in's Wort:
„Verzeihen Sie, ich bin es, der dafür dankbar ſein ſollte, daß ich das Glück hatte, der Nichte von Sir William Mowbray einen Dienſt zu leiſten.“
„Gut geſagt,“ dachte der alte Martin,„ich glaube allmälig, ich werde den jungen Mann lieb gewinnen.“
„Vielleicht,“ fuhr er fort,„erlauben Sie mir, Ihnen bis zum Portierhäuschen meinen Arm zu reichen; Ihr Diener kann mit den Pferden folgen.“
Ellen erröthete, beinahe ohne zu wiſſen, warum. Es lag nichts Unverſchämtes in dieſem Vorſchlag, und ſie konnte ihn annehmen, ohne eine Unſchick⸗ lichkeit zu begehen, und doch zögerte ſie. Ihr Retter bemerkte es und ſetzte mit einem Ton ſtolzer Demuth hinzu:
„Nur bis an das Portierhäuschen, Miß de Vere; ich werde mir nicht geſtatten, weiter zu gehen.“
„Sie verſtehen mich nicht!“ rief das dankbare Mädchen, deren Augen ſich mit Thränen füllten; „Sie verſtehen mich wirklich nicht. Mein Zögern, Ihr wohlwollendes Anerbieten anzunehmen, kommt von der Beſorgniß, meinen theuren Onkel zu beun⸗ uhigen.“


