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Dieß Alles geſchah ſo ungemein ſchnell unter Martins Augen, daß er zu träumen glaubte. End⸗ lich theilte ſich die Gewißheit von der Rettung ſeines Zöglings ſeinem Geiſte mit: er ſtieß einen Ruf aus, der einem Dankgebet glich, gab ſeinem Pferde die Sporen und ſprengte nach der Stelle des Vorfalls hin. Seine erſte Sorge war, als er den Fuß auf die Erde geſetzt hatte, Ellen, die noch bewußtlos ſchien, in ſeine Arme zu nehmen.
„Sie iſt todt!“ rief er.
„Nein,“ erwiderte der junge Mann, der noch am Rande des Abgrunds mit dem Pferde rang,„ſie iſt nur in Ohnmacht.“
Ein wenig beruhigt durch dieſe Worte, zog der Bereiter, nachdem er ſanft ſeine Laſt zur Erde ge⸗ legt hatte, ein grobes Taſchentuch heraus und knüpfte es dem erſchreckten Thier um die Augen, ſo daß es ſich alsbald beruhigte und um ſich zu ſchlagen aufhörte, wiewohl es noch an allen Gliedern zitterte.
„Da!“ ſagte er,„Sie können es jetzt führen; ein Kind würde mit ihm fertig werden.“
Der junge Mann erkannte, daß Martin Recht hatte; die Stute ließ ſich ruhig führen. Er über⸗ gab ſie den Händen des Bauern, der Ginſter ge⸗ ſchnitten hatte und herbeieilte, zu ſehen, ob er von einigem Nutzen ſein könnte.
Inzwiſchen öffnete Ellen wieder die Augen.
„Ich habe keinen Schaden genommen, Martin,“ ſprach ſie, zu lächeln verſuchend;„ich habe nicht die geringſte Schramme; aber ich ſchäme mich, daß ich ſo feigherzig geweſen bin.“
„Feigherzig!“ wiederholte der Bereiter,„es iſt


