ſprang plötzlich vor und wollte ſich des Zügels be⸗ mächtigen. Dieß diente nur dazu, das Pferd noch mehr zu erſchrecken, das nun, links wendend, ſeinen ungeſtümen Lauf ſchnaubend vor Wuth fortſetzte.
„Mein Gott!“ rief der Alte mit einer Stimme voll Seelenangſt,„es nimmt ſeine Richtung nach der Sandgrube. Miß Ellen iſt verloren!“
Der Zügel entglitt ſeiner zitternden Hand, und ſein Pferd machte plötzlich Halt, als wolite es ihn die ſchreckliche Scene, die er fürchtete, beſſer ſehen laſſen. Gerade in dem Augenblick, wo Ellen und ihr Renner den Rand des Abſturzes erreichten, ſo daß ein Sprung weiter den Untergang von beiden zur Folge gehabt hätte, trat ein junger Mann von etwa ſiebzehn Jahren hinter einem Ginſterbuſch her⸗ vor und richtete ſich zwiſchen der Stute und der Sandgrube in die Höhe. Das Thier, durch dieſen uner⸗ warteten Anblick erſchreckt, bäumte ſich ſo, daß es beinahe überſtürzte. Der junge Mann wartete den günſtigen Augenblick ab, und während das Thier ſich wieder niederließ, fiel er, ehe deſſen Füße den Boden berührten, mit der linken Hand ihm in den Zügel und erfaßte mit der Rechten die dampfenden Nüſtern. Vergeblich mühte ſich das Thier ab und ſtieg in die Höhe; es war von einem eiſernen Griff gehalten.
„Laſſen Sie ſich vom Sattel herabgleiten!“ rief
er dem keuchenden Mädchen zu,„laſſen Sie ſich her⸗
abgleiten!“
Ellen beſaß noch Kraft und Geiſtesgegenwart ge⸗ nug, um ihre Füße loszumachen und auf den Boden zu ſpringen, dann wurde ſie ohnmächtig.


