ſchrei Luft machen, bis ihre Natur ſh erſchoͤpfte, und ſie in Ohnmacht fiel. Als ſie wieder zu ſich kam, war der Anfall unbegrenzter Heftig⸗ keit verſchwunden, und ſie hatte ihre Selbſtbe⸗ herrſchung wiedergewonnen; aber dennoch blieb ſie tief erſchuͤttert, und dies um ſo mehr, da ihre Ruhe ihr geſtattete, die ganze Groͤße ihres Elends zu uͤberſehen, von dem keine Erloͤſung moͤglich ſchien. Tauſend Mal klagte ſie ſich, mit ſtets vermehrten Selbſtvorwuͤrfen an, die urheberinn von Cecils Einkerkerung, vielleicht von ſeinem Tode, zu ſein. Das Bekenntniß ihrer Liebe fuͤr ihn hatte Sir Lionel zu dieſem ſchrecklichen Schritte getrieben; ſie war es ge⸗ weſen, die ihn die ketzeriſchen Grundſaͤtze ge⸗ lehrt, wegen derer er jetzt angeklagt ſtand; ſie hatte ihm das Buch gegeben, deſſen Beſitz das Verderben auf ſein Haupt herabrufen konnte. Ihre eigene Unſchuld an den trauri⸗ gen Folgen, die Reinheit ihrer Abſichten bei ihren Handlungen, vermochten nicht, ihr Troſt zu gewaͤhren. Sie war Schuld an dem Tode ihres Geliebten. Dieſer Gedanke erfuͤllte ſie bis zum Wahnſinne, und peinigte ihr Gewiſſen mit Vorwuͤrfen, gegen die ſie keine Linderung kannte.
Plotzlich ſtieg die Hoffnung in ihr auf, daß es noch Zeit ſei, ihn zu retten— daß ihre


