Teil eines Werkes 
3. Band (1827)
Entstehung
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Noch ehe dies geſchehen konnte, fing es plotz⸗ lich an, ſtark zu regnen; die Abreiſe ward da⸗ durch fuͤr den Augenblick verhindert, auch ſchien es, als werde der Regen lange anhalten. Die Koͤniginn bemerkte jetzt das Spinet, und wuͤnſchte, den Koͤnig, den jedes Hinderniß an der Erfuͤl⸗ lung ſeines Willens in die uͤbelſte Laune ver⸗ ſetzte, aufzuheitern, deshalb ergriff ſie Beatrir Hand, fuͤhrte ſie zu dem Inſtrumente, und bat ſie, zu ſpielen.

In der Eile, mit der Dudleh abgereiſt war, hatte er ein Buch mit Josquins franzoͤſiſchen Liedern zuruͤckgelaſſen, und Beatrix hatte ſeit⸗ dem alle dieſe Geſaͤnge auswendig gelernt. Jetzt erwaͤhlte ſie zufaͤllig ein Liedchen, das der Koͤ⸗ niginn ganz beſonders gefallen, als ſie es, noch als Maͤdchen, an dem Hofe des franzoͤſiſchen Koͤnigs, Franz I., gehoͤrt. Viele Jahre wa⸗ ren vergangen, ſeit ſie es zuletzt vernommen, und es beſchwor jetzt eine Erinnerung ihrer gluͤcklichen Jugendtage herauf, eine Sehnſucht nach jener Zeit, die ſie in dem ſchoͤnen Frank⸗ reich verlebte, jetzt, wo ſie lange genug ver⸗ maͤhlt war, um einzuſehen, daß des Koͤnigs Gattinn nichts ſei, als eine geſchmuͤckte Scla⸗ vinn, und daß ſie gluͤcklicher geweſen in ihrer fruͤ⸗ heren Unbedeutendheit, als in ihrer jetzigen Groͤße. Sie ließ Beatrix die ganze Samm⸗

III. 17