— 198—
„und da ich ſehe, daß es einen aͤrmlichen Ge⸗ ſchmack verrathen wuͤrde, einen engliſchen Ge⸗ ſang zu verlangen, ſo bitte ich um noch eines jener franzoſiſchen Kanzonette.“ Zu Folge dieſer Bitte ergriff Dudley die Laute. Als er geendigt hatte, trat Beatrix wieder zu dem Spinett; ſie ſangen dann ei⸗ nige Duette mit einander, und als ſie ſich trennten, fand Dudley, daß er ſehr wohl ge⸗ than habe, den Entſchluß zu faſſen, noch laͤn⸗ gete Zeit in dem Thurmhauſe zu bleiben, wo er taͤglich mit einem Weſen zu ſprechen hoffen durfte, fuͤr welches er eine ſtets wachſende Be⸗ wunderung fuͤhlte. Beatrix dagegen geſtand ſich auf dem Wege nach ihrem Zimmer, ſo ſehr ſie auch anfangs Dudleys Vorliebe fuͤr alles Franzoſiſche verdroſſen hatte, daß keiner der Edelleute, welche die Heimath nie verlie⸗ ßen, ſo artig, gewandt und gefaͤllig ſei, als dieſe gereiſeten Tapfern, welche die verfeinerten Sitten fremder Hoͤfe mit ſich nach England zuruͤckbrachten. Das Thurmhaus ward in der That von ſo wenigen Fremden beſucht, und dieſe wenigen waren Dudley in jeder Hinſicht ſo ſehr untergeordnet, daß es nicht uͤberraſchen darf, wenn ſeine Gegenwart Beatrix ein Herz⸗ klopfen erregte, das ſie bisher noch nicht ge⸗ kannt hatte, und von dem ſie ſich anfangs


