trat, Hochamt gehalten ward. Die Prieſter, dienenden Bruͤder und Chorknaben konnte er zwar nicht ſehen, aber der volltonende Geſang ſchallte zu ihm heruͤber, und der ſanfte Klang der Orgel und mehrerer Blaſeinſtrumente vermiſchte ſich mit dem kraͤftigen Baſſe der Moͤnche und dem reinen, glockenhellen Diskant der Chorknaben, und der Geruch von Weihrauch und Myrrhen zog durch die Luft, und wandte die Gedanken auf Gott, und deſſen unendliche Macht und Groͤße.
Während Dudley, der nicht ein ſehr reizba⸗ res Gefuhl hatte, ſich durch alles dieſes maͤchtig ergriffen fand, glaubte er auf Sir Lionels Lip⸗ pen ein zorniges Laͤcheln bemerken zu koͤnnen, als derſelbe die Kirche mit den Augen maß, und dann in ſpottiſchem Tone ſagte:„Dies iſt der eitle Pomp, der den Stolz der Prälaten aufge⸗ blaſen hat, bis ſie ſich einbildeten, die Kirche ſei ihr eigenes Haus, und ſie ſelbſt deſſen Goͤt⸗ ter; doch die Stunde naht, wo dies ſtolze Ge⸗ bau, und der noch uͤbertriebnere Stolz, den es erregte, gleich einer Blaſe zerplatzen ſoll.“
Da dieſe Worte wenig zu Dudleys jetzigen Gefuͤhlen ſtimmten, erwiderte er nichts, und die Prozeſſion zog vorwaͤrts, bis ſie den Kreuzgang erreichte, welche zu der Kapelle der heiligen Jungfrau fuͤhrte, in der der Gottesdienſt mit vieler Pracht gehalten ward. Das Gebaͤude


