— —„—
ſtille, du Schreier!“— Der arme Teufel, welcher ohne Zweifel die Stimme des Gouver⸗ neurs erkannte, der ſo wie aus den Wolken uͤber ihn kam, war gewiß nicht wenig erſtaunt, und endete ſeinen Geſang auf der Stelle. Man hoͤrte nur noch ſeine Tritte, wenn er auf ſei⸗ nem Poſten mit verdoppelter Sorgfalt auf und nieder ſchritt.
Die Sonne, welche lange vergeblich mit den Duͤnſten gerungen, hatte jetzt ſo viel Ge⸗ walt erkaͤmpft, ihren erſten Strahl durch den Nebel zu ſenden, und damit die Spitze des Wachtthurmes von Calais zu beleuchten. Die Leute der Hafenwache gingen dort umher, ihre Waffen erglaͤnzten im Lichte, und die Laͤrm⸗ glocke und ein kurzes Stuͤck ſchweren Geſchuͤz⸗ zes, welches ſie bei der Entdeckung irgend ei⸗ nes Feindes abfeuern mußten, wurden vollkom⸗ men ſichtbar; das durchnäßte Banner aber hing in der ruhigen Luft ſchlaff an ſeiner Stange herab. Die Kirchen von St. Nikolas und unſrer lieben Frau zeigten ſich den Blicken dann zuerſt, und andere der hochſten Gebäude tauch⸗ ten nach ihnen aus dem Nebel auf; die uͤbrige Stadt aber blieb noch immer verhuͤllt, und es ſchien, als wollten die dicken Duͤnſte ihre Ero⸗ berung nicht ſo ſchnell wieder aufgeben. Doch ein ſcharfer Wind, der von der See her blies,


