Teil eines Werkes 
2. Theil (1855)
Entstehung
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kann. Du warſt meine Wiege, Du ſollſt auch mein Grab ſein.

Ein leiſer Hauch, der von binnenwärts über die Dünen hinwehte, trug das Abendläuten dem Meere zu. Er hörte es:

Locke mich nicht, Du falſches Land. Du zeig⸗

teſt mir grüne Wälder und blühende Gärten; aber wenn ich zugriff, waren die Bäume morſch und ſtatt der Blüthen faßte ich in Dornen. Ich kam als ein Heimathloſer, und ſie ſagten: Hier biſt Du heim. Aber ich konnte mich in ihre Weiſe nicht finden, und

ſie haben mich nicht verſtehen wollen. Ich baute

mir den eignen Heerd. Die See ſpühlte ihn weg, denn ich gehöre ihr. Ich nahm ein Weib, die meine Weiſe nicht mochte, und am gebrochenen Herzen ſtarb. Sie ließ eine Tochter zurück, die zu aller Freude heranwuchs, ſchön und lieblich wie keine. Ich muß hinab! Hinab!

Die See rauſchte ſtärker. Er breitete ihr die Arme entgegen, und hätte ſich hinabgeſtürzt, aber ihm mangelte die Kraft. Da erſcholl von femher eine kräftige Stimme:

Mit ihrem dunklen Flügel Schwebt über See und Hügel Jetzt feierlich die Nacht;