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von Benares und ihr goldiges Kind, als Edmund, vor dem Gewaltigen knieend, die ganze Vergangenheit in dem Gedächtniſſe des Seemannes wach rief. Es vergin⸗ gen einige Augenblicke, bis er die aufſteigende Rührung niederkämpfen und mit feſter Stimme fragen konnte: „Wer biſt Du, Mann, wer iſt dieſer Junge, und wie iſt er gegen alle Schiffsordnung an Bord gekommen?“
Emanuel verneigte ſich tief und ſagte dann uner⸗ ſchrocken:„Das letzte erzählt Euch am beſten der Mann, der mich ſammt dem Knaben auf öffentlicher Straße in Amſterdam raubte und hierher gebracht hat. Wer jener Knabe iſt, das ſollte ich wohl verſchweigen, denn es kann viel Unheil für ihn daraus entſtehen, wenn das Geheimniß ſeiner Geburt in Jedermanns Mund iſt. Allein hier, zwiſchen Himmel und Meer, wo er von allem Verkehr mit Menſchen abgeſchnitten und ihren Verfolgungen entzogen iſt, wo er aber doch umkommen muß, wenn Ihr Euch nicht ſeiner erbarmt, hier dürfte ich wohl ſeine Herkunft offenbaren. Doch weiß ich nicht, welches Unheil ich anrichten könnte, wenn ich ſonder Scheu, offen vor aller Welt, das Geheimniß löſte, das mir zufüllig bekannt geworden. Darum, Herr Comman⸗ deur, wollte ich ganz demüthig gebeten haben, mir eine Unterredung unter vier Augen gnädigſt zu ſchenken. Zwar bin ich nur ein ſchlichter, einfältiger Seemann,


