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Sobald ein unglücklicher Spätling, ſei es ein Arzt, der von einem Kranken heimkehrte, ſei es ein Wüſtling, der von einem ſchwelgeriſchen Gelage wegtaumelte, ſich auf der Straße blicken ließ, zogen die Menſchenräuber eine Chaine und ſtürzten ſich auf ihr Opfer, dem ſie die Hände auf den Rücken banden, während ſie mit lautem Geſange einfielen, damit man den Angſtruf der Unglücklichen nicht hören ſolle.
Der Seelenverkäufer ſchritt vor dem Zuge her; er wußte genau den Weg und wie man den nächtlichen Patrouillen ausweichen müſſe, die ſich gerne dem Zuge der Seelenverkäufer in den Weg ſtellten, nicht um ihre Betrügereien und Gewaltthätigkeiten zu hindern, ſon⸗ dern ſich ihre Nachſicht mit denſelben gut bezahlen zu laſſen. Sein Auge ſchweifte rechts und links, und ſei⸗ nem Scharfblicke entging nichts. Es war keine Geſtalt ſo lang oder kurz, ſo robuſt oder gebrechlich, kein Menſch ſo vornehm oder ſo gering, ſo ehrenwerth oder bettel⸗ haft, der ihm nicht recht war, denn für jeden Kopf empfing er eine Zahlung von zehn Gulden. Alle dieſe und ähnliche Schreckensgeſchichten gelten jetzt für längſt verſchollene Sagen, und ſie ſind es auch; aber es gab eine Zeit, wo ſie eine fürchterliche Wahrheit und die nie verſiegende Quelle des jammervollſten Elends waren.
„Halt!“ flüſterte der Seelenverkäufer rückwärts ge⸗ wendet zu zweien ſeiner Gefährten, die ihm auf dem


