ſah mit Entſetzen den Zuſtand ihres Kindes und ſprach: „Ihr tödtet ihn! Er ſtirbt vor Furcht, wenn er die Berührung dieſes Menſchen dulden muß. Wer weiß, ob nicht eine Ahnung in ſeiner Bruſt erwacht und ob nicht der Verrath....“
Ihr Auge ſtreifte den unglücklichen Frerk, der mit ſeinem dummehrlichen Geſicht vor ihr ſtand, bereit dem von Emanuel ihm ertheilten Befehle zu gehorchen, und nun bei der Abneigung des Knaben, die ihm nicht ent⸗ ging, ſich ebenfalls ſcheute, dieſen zu berühren.
„O, mein Gott! Was ſoll daraus werden?“
„Euer Verderben, wenn Ihr Euch noch zu irgend einer Zögerung verleiten laſſet. Geſchwind Freèrk! Eile mit der Frau voraus. Ich will den Knaben nehmen. Gebe Gott, daß uns Niemand angreift, denn ich wüßte nicht, wie ich zugleich das Kind beſchützen und uns vertheidigen ſollte.“
Man verließ das Zimmer. Draußen hielten die Flüchtlinge einen Augenblick an. Um zu der Seitenthür zu gelangen, durch welche die Flucht bewerkſtelligt wer⸗ den ſollte, mußte man einen Gang durchſchreiten, an welchem die Küche lag. Das Feuer auf dem Heerde war bereits erloſchen, nur eine Lampe warf noch einen düſtern Schein von ſich, und an der Thür ſtand eine ſchläfrige Küchenmagd, die mit Sehnſucht harrte, von ihrer Herrſchaft die Erlaubniß zu erhalten, ſich ſchlafen
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