Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
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malen. Er ſchickte dieſe Briefe, begleitet von heißen Segenswünſchen ab, und ahnte nicht, daß keiner der⸗ ſelben ſeine Beſtimmung erreichen würde. Seine Unruhe wuchs von Tage zu Tage; er hatte mit Sara auf das Genaueſte eine Correſpondenz und den Gang derſelben verabredet; aber keine Zeile von der Hand der Ge⸗ liebten ging ein. Er war verdrießlich, einſilbig, und ſchwebte in ſteter Angſt. Seine Phantaſie malte mit der treuſten Beharrlichkeit tauſend Schreckbilder aus, er dachte ſich das Abenteuerlichſte, das Seltſamſte, und hatte keine andere Sehnſucht, keinen andern Ge⸗ danken, als fort und hin zu ihr.

Aber je größer ſeine Sehnſucht war, deſto unüber⸗ ſteiglicher wurden die Hinderniſſe. Der Fürſt wurde ſichtbar ſchwächer, und es gehörte kein großer Prophe⸗ tengeiſt dazu, die Stunde ſeines Todes vorher zu ſa⸗ gen; ſie war nicht auf lange hinausgeſchoben. Heinrich hielt treu bei dem Vater aus, der die Hand des Soh⸗ nes feſt umklammert hielt und ihn mit einem un⸗ ausſprechlichen Blicke anſah:„Ich hinterlaſſe Dir einen koſtbaren Schatz, Heinrich,“ ſprach er mit hin⸗ ſterbendem Tone,„Du biſt ſein einziger Erbe; ver⸗ ſchleudere ihn nicht. Es iſt die unbegränzte Liebe eines Volkes, die ich Dir hinterlaſſe. Es wird mich bewei⸗ nen, aber auf Dich zählen. Täuſche es nicht, betrüge