allein. Er blickte ihr mit einiger Theilnahme nach und ſprach mit Rührung:„Sie bekümmert mich tief, und mit blutendem Herzen habe ich meine Pflicht gethan.“ Er ſetzte ſich und ſchrieb:
„Alles iſt gelungen und das*sſche Land behält einen Fürſten, der unſerer Kirche zugethan iſt. Die Intriguen unſerer Feinde ſind unſchädlich gemacht. Alle ihre künſtlichen Projekte wurden zu Schanden durch den hohen Muth eines tugendhaften Frauenherzens. In frühern Jahrhunderten würde man vielleicht mit großem Prunke ein ſolches Weib kanoniſirt haben; wir wollen uns in dieſer aufgeklärten Zeit darauf beſchränken, ihr Erden⸗ loos ſo angenehm als möglich zu machen.“
Viertes Kapitel.
Die Krankheit des Fürſten zog ſich in die Länge. Heinrich, von ihm mit der innigſten Liebe, ohne den geringſten Vorwurf empfangen, verließ ihn nur ſelten, das Schloß aber gar nicht. Die Zeit ſeiner Muße wandte er dazu an, lange Briefe an ſeine Sara zu ſchreiben, ſie über ſeine Abweſenheit, die er nothge⸗ drungen verlängern müſſe, zu troſten, und ihr das ein⸗ ſtige Wiederſehen mit den lebhafteſten Farben auszu⸗


