Teil eines Werkes 
2. Theil (1844)
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„Mein Erſcheinen darf Sie nicht befremden, Frau Gräfin,“ fuhr der Fremde fort.„Mein Name iſt Reinhold, ich bin ein Deutſcher und meinem Stande nach ein Geiſtlicher. Ich hatte vor Jahren die Ehre, Ihren Herrn Gemahl ziemlich genau zu kennen..“

Sara bewegte ungläubig das Haupt, der Fremde ſchien nicht darauf zu achten und ſprach weiter:„Da mir nun durch Zufall ſein hieſiger Aufenthalt bekannt wurde, wollte ich mich ihm vorſtellen— erfahre aber zu meinem Bedauern, daß er ſeit einigen Tagen verreiſt iſt und vielleicht erſt wiederkommen wird, wenn ich bereits abgereiſt bin.“

„In der That,“ entgegnete Sara,„vermag ich Ihnen über die Ruckkehr meines Gatten nichts Beſtimmtes zu ſagen.“

„Ich weiß, Frau Gräfin, er eilt zu dem Sterbebette ſeines Vaters!“

Sara wich erbleichend zurück; jener fuhr fort: „Möge nur Gott geben, daß er ihn am Leben trifft; der Vater hat ſich ſo herzlich nach ſeinem Kinde geſehnt. Mein Gebet begleitet ihn.“— Der Fremde hielt einen Augenblick inne, dann fuhr er fort:„Ich wünſche nicht, vurch ein geheimnißvolles Auftreten zu imponiren. Ihr Incognito iſt mir nicht unbekannt; ich war der Jugend⸗ lehrer des Prinzen Heinrich und alle ſeine Intereſſen