Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
Einzelbild herunterladen

212

In der Rhede aber ſprach es ſich herum, daß in dem Krankenhauſe ſich ein armer Bootführer, Namens David Braſt, befinde, der bilde ſich ein, er ſei todt und habe ſich ſelbſt begraben ſehen. Da kamen viele Leute herbei, die Alle neugierig waren, und den lebendigen Todten ſehen wollten, der ſeinem eigenen Begräbniß zugeſehen hatte. David, der bereits ruhiger geworden war, nickte allen Leuten gutmüthigſt zu und ſagte: Iſt es nicht Unrecht, daß ſie mich wieder vom Kirchhofe wegholten und hier auf ein Bett legten, da ich doch in meinem Sarge ſo ſchön ſchlief?

Dieſe Begebenheiten drangen auch zu den Ohren der Frau Markwold, und ſie bereute es, ſich zu einem ſolchen Spiele hergegeben zu haben. Vielleicht, dachte ſie, läßt es ſich noch wieder gut machen, und darum begab ſie ſich ebenfalls nach dem Krankenhauſe und verlangte den armen David zu ſehen. Als dieſer ſeine ehemalige Wirthin erblickte, lachte er ihr entgegen und ſprach:Ei, ei, Mutter Markwold, wo kommt Sie denn her? Iſt Sie auch geſtorben und wieder ausge⸗ graben worden, da wir uns hier wiederſehen?

Frau Markwold hatte aber ſchon mit den Leuten im Hauſe geſprochen, und von ihnen vernommen, daß David keinesweges toll, ſondern nur, wie ſie es nannten, von irgend einer firen Idee befallen ſei. Er brauche