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gar nicht im Irrenhauſe zu ſitzen, ſondern wenn ihn Jemand zu ſich nehmen und gehörig beaufſichtigen wolle, ſei das eben ſo gut, vielleicht noch beſſer. Sie hatte ſich daher vorgenommen, um das begangene Unrecht wieder gut zu machen, ihren vormaligen Miethsmann zu ſich zu nehmen, und ſagte: wenn er mit ihr gehen wolle, werde ſie ihn irgendwohin bringen, wo es ihm wohl gefallen ſolle.
Darüber war er ſehr froh, und zum erſten Male, ſeit er ſich in dem Krankenhauſe befand, zeigte er einige Heiterkeit. Er ſprach freundlich mit Frau Markwold, und drang in ſie, bald mit ihm aufzubrechen. Er hing ſich unterweges an ihren Arm und ward faſt geſchwätzig. Als ſie vor der Kellerwohnung anlangten, die ſie ſeit einer geraumen Zeit gemeinſchaftlich be⸗ wohnten, ließ er ſie los, und die Treppenſchwelle be⸗ tretend, ſagte er: 2
„Gott ſei Dank! Nun habe ichs erreicht, und ich kann jetzt in die Erde hinabſteigen, wohin wir Todte gehbren. Sage Sie ſelbſt, Frau Markwold, was habe ich hier oben im hellen Sonnenſchein, unter den Leben⸗ digen zu thun? Hier unten will ich ausruhen.“
Er ſtieg langſam die Treppe hinab und ging nach dem Winkel, wo ſein Strohſack ſtets gelegen hatte: „Da ſteht auch noch mein Sarg, und es hat ſich Nie⸗


