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und ſchnaubte unheimlich hinter ihm, und faſt bei jeder Stufe abwärts ſchauerte er zuſammen, weil er ſich von ſeinem unſichtbaren Verfolger erfaßt glaubte.
Endlich gelangte er an das Ende ſeiner grauenhaf⸗ ten Wanderung, er that einen tiefen Fall und— erwachte. Er triefte vor Schweiß und fühlte ein Zit⸗ tern in allen ſeinen Gliedern.„Ich bin recht krank!“ ſagte er zu ſich ſelbſt,„und wenn ich wirklich noch nicht geſtorben bin, ſo wird es jetzt geſchehen. Allein, ich glaube Alles, was die Leute ſagen; es mag ſein, daß ich der David Braſt nicht bin und daß dieſer todt iſt; aber der liebe Gott möge ſich meiner erbarmen und mir Jemanden ſchicken, der mir ſage, wer ich denn eigent⸗ lich bin und was ich fortan auf der Welt anfangen ſoll, da ich keinen Strohſack und kein Boot mehr habe.“
Er ſchwieg, denn er vernahm ein Geräuſch von der Straße her, und fuhr erſchreckt zuſammen; Alles erweckte ihm Furcht. Es war aber zufällig in der Straße ein alter Mann geſtorben, der ward eben jetzt begraben. Die Matroſen, die den David Braſt ſo ängſtigten, wollten dieſe Gelegenheit benutzen, um noch einen letzten Spaß zu haben, und überlegten mit einander, wie ſie ihn aus dem Thorwege locken möchten, wohinein ſie ihn hatten gehen ſehen. Da begann der Leichenzug, und die Cur⸗ rende, die vor dem Sarge herging, hub an zu ſingen:


