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fort, denn unaufhörlich keuchte es hinter ihm her:„Du Dieb! Du Dieb! ich bin der Geiſt des David Braſt und will meinen Körper und meinen ehrlichen Namen wieder haben!“— Plötzlich erreichte die Wieſe ihr Ende; er ſtand vor dem Eingange eines großen Gewöl⸗ bes und ſah die Treppe, welche in daſſelbe hinabführte.
Ihn wandelte ein Grauen an, als er in die Tiefe, die ihm ſchwarz entgegen gähnte, hinabblickte; aber es blieb ihm keine Wahl; denn eben jetzt keuchte die Stimme, näher wie je, hinter ihm rufend:„Du Dieb! Du Dieb!“ und es war ihm, als ob das Geſpenſt mit einer glühenden Kralle nach ihm greifen wollte. Athemlos ſprang er die Treppe hinab, hundert Stufen und mehr; als er aber an dem Ende derſelben anlangte, ſtand er in einem engen Raume und vor ihm zeigte ſich abermals eine Treppe, die er willenlos hinabeilte. Dieſe zweite Treppe aber war weit länger als die erſte, die dritte, die dann kam, noch länger, und ſo immer fort, daß es ſchien, dieſe Treppen würden ihn bis in den Mittel⸗ punkt der Erde hinabführen. Auch wurden ſie immer enger und niedriger, ſo daß er überall anſtieß und ſtets mit vorgebeugtem Haupte gehen mußte, auch hatte er große Mühe, ſich durchzuwinden, denn zu beiden Seiten berührte er immer die feuchtkalte Mauer. Aber wider ſeinen Willen mußte er raſtlos forteilen; denn es keuchte


