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wie wird es noch mit mir werden? Mir iſt übel zu Muthe, mein Kopf brennt wie Feuer, und doch zittern mir Arme und Beine vor Kälte. Ich bin gewiß krank; ich will zu Hauſe gehen und mich in mein Bett legen.“
Das konnte nun David eigentlich nicht ſagen, und er ſtieß es wohl nur heraus, des Fiebers wegen; denn erſtens hatte er kein Haus, ſondern lag in einem feuch⸗ ten Keller bei einer alten Obſthändlerin in Schlafſtelle; dann hatte er auch kein Bett, ſondern einen dürftigen Strohſack und eine abgeſchabte Decke. Nach dieſem finſtern, freudenloſen Winkel ſehnte er ſich jetzt und ging ſo raſch, als ſeine Mattigkeit es ihm nur irgend geſtattete.
Vor der Kellerwohnung, worin David ſein trauriges Aſyl gefunden hatte, ſtand ein dickes Weibsbild mit hochrothen Backen, beide Hände in die Seite geſtemmt. Sie ſah den armen Schelm die Straße entlang ſchwan⸗ ken; aber ſie ging ihm nicht helfend entgegen, ſondern lachte ſchadenfroh in ſich hinein, und ließ ihn nahe heran kommen.
„Guten Tag, Frau Markwold,“ ſagte er keuchend, ſich den Schweiß von der Stirn trocknend. Wonach ſieht Sie denn aus?“
„Was geht's Ihn an?“ fragte das Weib barſch.
„Mich ſo eigentlich nichts,“ antwortete David;„es
iſt mir auch gar nichts daran gelegen, es zu wiſſen.


