„Nun haben wir das Commando!“ ruft der bärtige Rädelsführer und ſtürzt, mit einer ſchweren Eifenſtange bewaffnet, nach dem Waſſerfaſſe. Er ſprengt das Schloß, ſetzt die Pumpe hinein und trinkt in vollen Zügen. Ein Anderer ſtößt ihn zur Seite, um ſeine brennenden Lippen zu kühlen, dieſem folgt ein Dritter und Vierter. Als Alle ſich gelabt, beginnt die Runde von Neuem. Endlich iſt der brennende Durſt gelöſcht, aber das Faß iſt nun auch bis auf den letzten Tropfen geleert!
Einzeln ſtahlen ſich die Matroſen von dem Faſſe weg; ſie ſprachen nicht mit einander, ſie ſahen ſich nicht an; mit der geſtillten Begier iſt das Bewußtſein zurück⸗ gekehrt, ſie fühlen die Schwere des Verbrechens, das ſie begangen haben; das Geſetz der Subordination iſt über⸗ treten. Einzeln ſtrecken ſie ſich hin, über das ganze Verdeck zerſtreut, und ſchlafen ein, oder ſcheinen doch zu ſchlafen. An die unglücklichen Gebundenen im Zwiſchendeck denkt Niemand. Der Mond ſcheint klar und hell auf das geſchändete Verdeck herab. Die Lei⸗ chen ſchwimmen in ihrem Blute. Alle find mit ſtiller Scheu ihnen aus dem Wege gegangen; keine Hand hat ſie berührt.
Es iſt Morgen. Abermals ſitzt der Schiffsjunge auf der Treppe der Kajüte, aber diesmal naſcht er


