— 5
erſten Jugend an, hatten ſie den Dienſt zur See mit⸗ ſammen begonnen. Der Lacher hieß Niklas, ſein blin⸗ der Freund Herrmann. Letzterer ſollte des Niklas Schweſter heirathen, und dieſer hatte gleiche Abſicht auf die Schweſter des Freundes. Die Häuſer der Ael⸗ tern lagen nahe bei einander, und die Felder, die dazu gehörten, waren ſo wenig abgegränzt, daß man nicht ſagen konnte, wo das eine aufhörte und das andere anfing. Da wollten ſie, wenn das Alter ſich einſtellte und ſie dem herrlichen Seeleben den Rücken zukehren müßten, in Ruhe und Eintracht bei einander ſein und in ihren Erinnerungen leben.
Aber, der Menſch denkt und Gott lenkt! Eine ſchwere Krankheit zog in's Land; es waren die ſchwarzen Blattern; die beiden ſchönen Bräute wurden zu gleicher Zeit davon befallen, und während Niklas nach Hamburg eilte, eine Heuer rückgängig zu machen, die er mit dem Freunde eingegangen war, um bei den hülfloſen Mädchen zu bleiben, ſaß Herrmann daheim, und ging von einem Häuschen zum andern, um zu tröſten und zu lindern. Da verhängt's der gnädige Gott, daß des Niklas Braut zuerſt ſtirbt. Er drückt der Schweſter mit gepreßtem Herzen die Augen zu und geht zu ſeiner Braut, um hier— wenige Stunden ſpäter— dieſelbe traurige Pflicht zu erfüllen. In dumpfer Verzweiflung ſitzt er neben


